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JCS-Blog

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Digitaler Nachlass

Digitaler Nachlass

Digitaler Nachlass: Was passiert mit Handy, E-Mail und Online-Konten, wenn jemand stirbt?

Ein Moment, den niemand plant — aber viele erleben.

Immer wieder kommen Menschen zu uns in den JCS Store, die gerade ihren Lebenspartner verloren haben. Neben allem anderen, was in diesen Wochen auf sie einprasselt, stehen sie plötzlich vor einer praktischen Frage, auf die sie keine Antwort haben: Wie komme ich an die Daten meines Partners? Wie entsperre ich sein Handy? Wo sind die Zugangsdaten zur Bank, zum Depot oder zur E-Mail?

Dieser Artikel ist für alle, die rechtzeitig vorsorgen wollen — und für diejenigen, die gerade in genau dieser Situation stecken.

Was ist der digitale Nachlass?

Der digitale Nachlass umfasst alles, was eine Person im Internet hinterlässt: E-Mail-Konten, Online-Banking, Apple-ID, soziale Netzwerke, Abonnements, Cloud-Speicher, digitale Käufe und vieles mehr. In einer zunehmend digitalisierten Welt stecken hier nicht nur Erinnerungen — Fotos, Nachrichten und gemeinsame Dokumente — sondern auch handfeste finanzielle Werte.

Das Problem: Anders als ein Haus oder ein Bankkonto ist der digitale Nachlass unsichtbar. Wer die Zugangsdaten nicht kennt, steht buchstäblich vor verschlossenen Türen.

Das gesperrte iPhone — ein häufiger erster Stolperstein

Das Mobiltelefon des Verstorbenen ist oft das erste konkrete Problem. Es enthält Nachrichten, Kontakte und Fotos — Dinge, die für Angehörige von unschätzbarem Wert sind. Aber ohne den Sperrcode kommt niemand hinein.

Apples Sicherheitssystem ist bewusst so gebaut, dass kein Dritter — auch kein Apple-Händler und auch nicht JCS — ein gesperrtes Gerät einfach öffnen kann. Das ist gut gemeint, trifft Hinterbliebene aber oft hart.

Was in diesem Fall hilft: Apple hat einen offiziellen Prozess für den digitalen Nachlass eingerichtet. Mit einem Nachweis über den Todesfall und einem rechtlichen Dokument — Testament oder Erbschein — kann Apple den Zugang unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen. Das ist aufwendig, aber möglich. Wir helfen Ihnen dabei, den richtigen Weg zu finden.

Wer vorsorgt, kann das vermeiden: Wer seinen Sperrcode und seine Apple-ID dokumentiert und einer Vertrauensperson oder einem sicheren Ort anvertraut, erspart den Hinterbliebenen diesen Weg.

Online-Banking und Depot: Was Angehörige wissen müssen

Bankkonten gehen mit dem Tod nicht verloren — sie werden Teil des Nachlasses und können von Erben mit entsprechenden Dokumenten wie Erbschein oder Sterbeurkunde bei der Bank abgewickelt werden. Das funktioniert auch ohne Zugangsdaten zum Online-Banking.

Trotzdem ist es hilfreich zu wissen, bei welchen Banken und Brokern der Verstorbene Konten oder Depots hatte. Wer diese Information nicht hat, kann im Zweifel eine Kontenabfrage beim Bundeszentralamt für Steuern beantragen — ein offizieller, aber oft langwieriger Weg.

Wichtig: Online-Banking-Zugangsdaten sollten in einem Notfalldokument festgehalten sein — nicht um den Erben direkten Zugriff zu geben, sondern damit die zuständige Bank schnell identifiziert werden kann.

E-Mail, soziale Netzwerke und Abonnements

E-Mail-Konten sind oft der Schlüssel zu allem anderen. Passwörter werden dorthin zurückgesetzt, Kontoauszüge kommen per E-Mail und Verträge werden elektronisch bestätigt. Wer keinen Zugang zum E-Mail-Konto hat, kann viele andere Konten nicht mehr verwalten.

Soziale Netzwerke haben unterschiedliche Regelungen: Facebook und Instagram ermöglichen es, Konten auf Antrag zu memorialisieren oder zu löschen. Google bietet mit dem Kontoinaktivitäts-Manager sogar die Möglichkeit, vorab festzulegen, was mit dem Konto passieren soll.

Laufende Abonnements — Streaming-Dienste, Zeitungen oder Apps — werden oft übersehen. Sie laufen nach dem Tod weiter und belasten das Konto. Ein Überblick darüber, welche Beträge monatlich abgebucht werden, ist deshalb ebenfalls Teil einer sinnvollen Vorsorge.

Was Sie jetzt tun können — in drei Schritten

Schritt 1: Dokumentieren

Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner fest, welche Konten, Zugangsdaten und Abonnements existieren. Das muss kein perfektes System sein — ein Dokument, das die wichtigsten Informationen enthält, ist besser als gar keines.

Schritt 2: Sicher aufbewahren

Das Dokument gehört nicht auf das Handy oder den Computer, sondern an einen physischen, sicheren Ort. Eine verschlossene Schublade, ein Bankschließfach oder die gemeinsame Aufbewahrung mit dem Testament beim Notar sind geeignete Möglichkeiten.

Schritt 3: Eine Vertrauensperson informieren

Mindestens eine Person sollte wissen, dass dieses Dokument existiert und wo es liegt. Das muss nicht bedeuten, dass sie die Inhalte kennt.

Der JCS Servicepass — ein erster konkreter Schritt

Für alle Zugangsdaten rund um Ihr Apple-Gerät haben wir den JCS Servicepass entwickelt. Er erfasst Apple-ID, Sperrcode, E-Mail-Adressen und Backup-Passwort — alles, was im Ernstfall benötigt wird.

Beim Kauf oder bei der Einrichtung eines Geräts füllen wir ihn gemeinsam mit Ihnen aus. Wenn Sie noch keinen Servicepass haben, können Sie jederzeit in unseren Store kommen — wir nehmen uns gerne die Zeit dafür.

Denn manchmal ist ein ausgefüllter Zettel die fürsorglichste Sache, die man für die Menschen tun kann, die man liebt.

Wir unterstützen Sie gerne

Sie haben Fragen zum Thema digitaler Nachlass oder benötigen Hilfe in einer konkreten Situation? Kommen Sie zu uns — in die Bismarckstraße 18–22 oder zum Drive-In in der Goebenstraße 12. Wir helfen Ihnen so gut wir können.